Geistliches Wort:Auch ich verurteile dich nicht!

'Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! 'Joh 8,11
Im Evangelium des fünften Fastensonntags wollen sie ihn „auf die Probe stellen“, so steht es in der Bibel. Ich bin beeindruckt von der Haltung Jesu. Er bleibt ganz ruhig, er lässt sich nicht vorführen. Jesus macht weiter sein Ding, bleibt seiner Botschaft treu und hält den Besserwissern den Spiegel vor: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster den Stein“.
Wenn ich die Fastenzeit als eine Zeit der Umkehr für uns alle verstehe, hält Jesus auch uns einen Spiegel vor. Wenn ich mich in meinem Leben dafür entschieden habe, Jesus nachzufolgen, sein Freund oder seine Freundin zu sein und zu versuchen, seine Botschaft in meinem eigenen Leben umzusetzen, kann ich nicht ignorieren, dass mir das oft nicht so gut gelingt. Aber das großartige an der biblischen Botschaft ist, dass die Zusage, die Jesus der Frau in dem Evangelium macht, auch uns gilt: „Ich verurteile dich nicht.“ Aber mache es von nun an anders!
Über diese Botschaft kann ich nur jubeln, so wie die Menschen im Evangelium des Palmsonntags: „Hosianna, Jesus soll mein König sein!“
Jesus ist aber ein ganz anderer König als der, den wir oft vor Augen haben. Das können wir schon daran erkennen, dass er auf einem Esel nach Jerusalem reitet und das setzt sich fort im Tragen einer Dornenkrone.
Auch in den Beschreibungen der letzten Tage Jesu wird deutlich, dass Jesus seiner Botschaft treu bleibt. Er entzieht sich nicht seiner Verurteilung, sondern hält Stand, hält aus, erleidet unvorstellbare Schmerzen.
Für mich ist Jesus ein König, der mit mir durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht.
Ich wünsche Ihnen für die letzten Fasten- und die Kartage, dass sie im Mitfeiern der Gottesdienste und Liturgien, diese unglaublichen Botschaft Jesu immer tiefer verstehen und daraus Kraft und Mut für ihr Leben schöpfen können.
Ihre Gemeindereferentin Monika Lingnau